Bauschaden-Atlas Kemnath
Welche Bauschäden auftreten, hängt in Kemnath stark vom Stadtteil ab. Der Grund ist die Bauepoche. Ein Gründerzeit-Altbau versagt an anderen Stellen als eine Siedlung der 1970er Jahre oder ein Neubaugebiet der 1990er. Dieser Atlas fasst zusammen, welche Bausubstanz in welchem Stadtteil von Kemnath dominiert und welche Schäden dort typischerweise auftreten.
Die Angaben dürfen mit Quellenangabe zitiert werden. Stand: Juli 2026.
Bauepochen und Schäden in Kemnath im Überblick
| Stadtteil | Bauepoche | Bausubstanz | Häufigster Schaden |
|---|---|---|---|
| Altstadt | Wiederaufbau nach dem Brand von 1848, einzelne ältere Bauten des 15. bis 18. Jahrhunderts | 1848 zerstörte ein schwerer Brand fast das gesamte Ortszentrum. Der heutige Bestand am Markt und in den Gassen stammt daher überwiegend aus dem Wiederaufbau des 19. Jahrhunderts: schmale, aber hohe verputzte Massivbauten in dichter Reihung, mit Bruchsteinsockeln und tiefen Gewölbekellern. Ältere Zeugen sind die spätgotische Hallenkirche Mariä Himmelfahrt von 1448, die Sebastiansäule von 1714 und Reste des doppelten Mauerrings. | Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen in den Bruchsteinsockeln, weil die Bauten des Wiederaufbaus nach 1848 ohne Horizontalsperre errichtet wurden |
| Waldeck | Burgruine und barocke Kirche, dörflicher Bestand des 18. und 19. Jahrhunderts | Ortsteil am Fuß und an der Flanke eines Basaltkegels, auf dem die Burgruine Waldeck steht. Prägend sind die barocke Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk sowie Hofstellen und Wohnhäuser aus verputztem Bruchstein, teils aus dem harten Basalt des Berges. Die Bebauung liegt in ausgeprägter Hanglage. | Drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen |
| Kaibitz | Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbau der Nachkriegszeit | Dorf südwestlich der Kernstadt in der Weiherlandschaft. Landwirtschaftlich geprägter Kern mit Hofstellen, Wohnstallhäusern und Stadeln aus verputztem Bruchstein und hölzernen Tragwerken. Am Ortsrand stehen Wohnhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. | Dauerhaft feuchte Keller und Sockel, weil die Weiherkette und die Gräben ringsum den Grundwasserstand hoch halten |
| Fortschau | Gewerbliche und dörfliche Bausubstanz des 17. bis 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnhäuser | In Fortschau bestand von 1689 bis 1801 die einzige größere bayerische Gewehrfabrik, davon zeugen ältere gewerbliche Bauten und Wasserbauten am Bach. Daneben stehen Hofstellen und Wohnhäuser aus verputztem Bruchstein sowie Wohnbebauung jüngeren Datums. | Durchfeuchtete Fundamente und Sockel der bachnahen Gewerbe- und Wasserbauten, wo Wasser dauerhaft ansteht |
| Oberndorf | Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab den 1960er Jahren | Ortsteil südöstlich der Kernstadt. Gewachsener Kern mit verputzten Bruchsteinhäusern und ehemaligen Hofstellen, daran anschließend Ein- und Doppelhäuser der Nachkriegsjahrzehnte in Massivbauweise. | Fehlende Horizontalsperre in den Bruchsteinsockeln des Ortskerns mit Salzschäden am Innenputz |
| Guttenberg | Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts | Kleiner, landwirtschaftlich geprägter Ortsteil im Norden des Stadtgebiets. Bestimmend sind ehemalige Hofstellen mit Wohnstallhäusern, Scheunen und Stadeln aus Bruchstein, dazu wenige jüngere Wohnhäuser. Die Lage ist exponiert und schlagregenbelastet. | Schlagregendurchfeuchtung der Wetterseiten mit Putzrissen, Hohlstellen und Algenbewuchs |
Die Stadtteile im Einzelnen
Welche Bauschäden sind in Altstadt typisch?
In Altstadt dominiert 1848 zerstörte ein schwerer Brand fast das gesamte Ortszentrum. Der heutige Bestand am Markt und in den Gassen stammt daher überwiegend aus dem Wiederaufbau des 19. Jahrhunderts: schmale, aber hohe verputzte Massivbauten in dichter Reihung, mit Bruchsteinsockeln und tiefen Gewölbekellern. Ältere Zeugen sind die spätgotische Hallenkirche Mariä Himmelfahrt von 1448, die Sebastiansäule von 1714 und Reste des doppelten Mauerrings. aus der Zeit Wiederaufbau nach dem Brand von 1848, einzelne ältere Bauten des 15. bis 18. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen in den Bruchsteinsockeln, weil die Bauten des Wiederaufbaus nach 1848 ohne Horizontalsperre errichtet wurden. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Aufsteigende Feuchte und Salzausblühungen in den Bruchsteinsockeln, weil die Bauten des Wiederaufbaus nach 1848 ohne Horizontalsperre errichtet wurden
- Feuchte, kalte Gewölbekeller mit Schimmel und modrigem Geruch, weil Querlüftung fehlt und Bodenbeläge dampfdicht ausgeführt wurden
- Schäden an den Brandwänden und Trennwänden der schmalen, dicht gereihten Häuser, wo Feuchte aus einem Gebäude in das Nachbargebäude wandert
- Tauwasser hinter nachträglicher Innendämmung, weil die schmalen Fassaden in der geschlossenen Reihung außen nicht gedämmt werden können
Postleitzahl 95478.
Welche Bauschäden sind in Waldeck typisch?
In Waldeck dominiert Ortsteil am Fuß und an der Flanke eines Basaltkegels, auf dem die Burgruine Waldeck steht. Prägend sind die barocke Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk sowie Hofstellen und Wohnhäuser aus verputztem Bruchstein, teils aus dem harten Basalt des Berges. Die Bebauung liegt in ausgeprägter Hanglage. aus der Zeit Burgruine und barocke Kirche, dörflicher Bestand des 18. und 19. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Drückendes Hang- und Schichtenwasser an den bergseitigen Kellerwänden, weil Drainage und Außenabdichtung fehlen
- Setzungsrisse an Gebäuden und Stützmauern in der steilen Hanglage, verstärkt durch abgleitende Verwitterungsschichten des Basaltkegels
- Frostabplatzungen und ausgewaschene Fugen an Bruchstein- und Stützmauern in exponierter Lage
- Aufsteigende Feuchte und Salzschäden im Sockelmauerwerk der Kirche und der alten Hofstellen
Postleitzahl 95478.
Welche Bauschäden sind in Kaibitz typisch?
In Kaibitz dominiert Dorf südwestlich der Kernstadt in der Weiherlandschaft. Landwirtschaftlich geprägter Kern mit Hofstellen, Wohnstallhäusern und Stadeln aus verputztem Bruchstein und hölzernen Tragwerken. Am Ortsrand stehen Wohnhäuser der Nachkriegsjahrzehnte. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts, Wohnbau der Nachkriegszeit. Der häufigste Schaden ist dauerhaft feuchte Keller und Sockel, weil die Weiherkette und die Gräben ringsum den Grundwasserstand hoch halten. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Dauerhaft feuchte Keller und Sockel, weil die Weiherkette und die Gräben ringsum den Grundwasserstand hoch halten
- Schwellen- und Balkenfäule an den Holzkonstruktionen der Stadel und Scheunen im ständig feuchten Umfeld
- Durchfeuchtete Bruchsteinwände in ehemaligen Stallteilen, die zu Wohnraum umgebaut werden
- Setzungsrisse an Anbauten, die auf weichem, wassergesättigtem Untergrund unterschiedlich tief gegründet sind
Postleitzahl 95478.
Welche Bauschäden sind in Fortschau typisch?
In Fortschau dominiert In Fortschau bestand von 1689 bis 1801 die einzige größere bayerische Gewehrfabrik, davon zeugen ältere gewerbliche Bauten und Wasserbauten am Bach. Daneben stehen Hofstellen und Wohnhäuser aus verputztem Bruchstein sowie Wohnbebauung jüngeren Datums. aus der Zeit Gewerbliche und dörfliche Bausubstanz des 17. bis 19. Jahrhunderts, jüngere Wohnhäuser. Der häufigste Schaden ist durchfeuchtete Fundamente und Sockel der bachnahen Gewerbe- und Wasserbauten, wo Wasser dauerhaft ansteht. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Durchfeuchtete Fundamente und Sockel der bachnahen Gewerbe- und Wasserbauten, wo Wasser dauerhaft ansteht
- Fäulnis an Holzbauteilen der historischen Werksgebäude im ständig feuchten Umfeld
- Aufsteigende Feuchte und Salzschäden in den Bruchsteinwänden der alten gewerblichen Bausubstanz
- Feuchte- und Wärmeschutzmängel bei der Umnutzung ehemaliger Werks- und Wirtschaftsgebäude zu Wohnraum
Postleitzahl 95478.
Welche Bauschäden sind in Oberndorf typisch?
In Oberndorf dominiert Ortsteil südöstlich der Kernstadt. Gewachsener Kern mit verputzten Bruchsteinhäusern und ehemaligen Hofstellen, daran anschließend Ein- und Doppelhäuser der Nachkriegsjahrzehnte in Massivbauweise. aus der Zeit Dorfkern des 19. Jahrhunderts, Wohnbebauung ab den 1960er Jahren. Der häufigste Schaden ist fehlende Horizontalsperre in den Bruchsteinsockeln des Ortskerns mit Salzschäden am Innenputz. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Fehlende Horizontalsperre in den Bruchsteinsockeln des Ortskerns mit Salzschäden am Innenputz
- Wärmebrücken an Betonstürzen, Rollladenkästen und Deckenrändern der Siedlungshäuser mit Schimmel an Fensterlaibungen und Raumecken
- Versprödete Bitumenanstriche als einzige Kellerabdichtung der Wohnhäuser aus den 1960er und 1970er Jahren
- Undichte, flach geneigte Garagen- und Anbaudächer mit gealterten Bitumenbahnen und stehendem Wasser
Postleitzahl 95478.
Welche Bauschäden sind in Guttenberg typisch?
In Guttenberg dominiert Kleiner, landwirtschaftlich geprägter Ortsteil im Norden des Stadtgebiets. Bestimmend sind ehemalige Hofstellen mit Wohnstallhäusern, Scheunen und Stadeln aus Bruchstein, dazu wenige jüngere Wohnhäuser. Die Lage ist exponiert und schlagregenbelastet. aus der Zeit Ländliche Bausubstanz des 18. und 19. Jahrhunderts. Der häufigste Schaden ist schlagregendurchfeuchtung der Wetterseiten mit Putzrissen, Hohlstellen und Algenbewuchs. Diese vier Muster treten dort am häufigsten auf:
- Schlagregendurchfeuchtung der Wetterseiten mit Putzrissen, Hohlstellen und Algenbewuchs
- Befall der ungeheizten Dachstühle von Scheunen und Ställen durch Hausbock und Nagekäfer
- Fäulnis an Sparrenfüßen und Traufbereichen der kaum noch unterhaltenen Wirtschaftsgebäude
- Schäden durch Schneelast und Eisbildung an Traufen, Kehlen und Dachanschlüssen in schneereichen Wintern
Postleitzahl 95478.
Was die Bausubstanz von Kemnath prägt
- Der Brand von 1848 hat fast das gesamte Ortszentrum vernichtet. Die Bausubstanz der Altstadt stammt daher überwiegend aus dem Wiederaufbau des 19. Jahrhunderts, errichtet ohne Horizontalsperre.
- Die Altstadt ist von schmalen Gassen und schmalen, aber hohen Häusern in dichter Reihung geprägt. Feuchte- und Wärmeschäden wandern dort leicht über Brand- und Trennwände von einem Gebäude ins nächste, Fassadendämmung ist praktisch ausgeschlossen.
- Das Umland ist von vulkanischen Basaltkegeln wie Rauher Kulm und Armesberg geprägt. In den Hanglagen an den Kegeln sind drückendes Schichtenwasser und abgleitende Verwitterungsschichten die kritischen Themen.
- Eine Kette von Weihern durchzieht das Stadtgebiet, dazu kommen Fichtelnaab und Haidenaab. In den Niederungen stehen Keller und Bodenplatten unter dauerhaft hoher Bodenfeuchte.
- In den Ortsteilen steht ein großer Bestand an Stadeln, Scheunen und Stallgebäuden, der zunehmend zu Wohnraum umgenutzt wird. Feuchte- und Holzschutz sind dabei die kritischen Punkte.
Warum die Bauepoche über die Schäden entscheidet
Jede Bauepoche hat ihre Schwachstellen, und sie wiederholen sich. Fachwerk versagt an der Schwelle, Sandstein sandet ab, Gründerzeitbauten leiden an Holzbalkenköpfen und aufsteigender Feuchte, Nachkriegsbauten an Wärmebrücken und Flachdächern, Neubauten an Restfeuchte und zu dichter Gebäudehülle. Wer weiß, in welcher Epoche ein Haus gebaut wurde, weiß, wo er zuerst hinschauen muss.
Was eine Begutachtung kostet, steht im Ratgeber: Was kostet ein Bausachverständiger? Der Stundensatz liegt zwischen 90 und 180 Euro, die Gesamtkosten beginnen bei 750 Euro und richten sich nach Objekt und Umfang.